Die allgemeinen Risiken bei Schönheitsoperationen - Dr. Linde Blog

Die allgemeinen Risiken bei Schönheitsoperationen

Abgesehen von den speziellen Risiken, die für jede Art der Schönheitsoperation unterschiedlich sind, gibt es allgemeingültige Operationsrisiken, die zu beachten sind.

Was sind die häufigsten Komplikationen nach einer Schönheitsoperation?

  • Narkose: Ist für den Eingriff eine Vollnarkose mit Intubation notwendig, sind alle damit verbundenen Risikendenkbar.
  • Blutungen, Blutergüsse oder Wundheilungsstörungen (auch mit unschöner Narbenbildung) können vorkommen, ebenso wie Gefühlstörungen aufgrund von durchtrennten Nervenenden.
  • Sehr schwerwiegende Komplikationen sind Thrombosen und daraus nachfolgende Embolien.

Andere mögliche Komplikationen:

  • Schwellungen
  • Unregelmässigkeiten, Dellen
  • Taubheitsgefühl         
  • deutliche Narben        
  • Asymmetrien  
  • Nachblutungen           
  • Narbenwucherungen
  • Kapselfibrosen, Verhärtungen           
  • Infektionen      
  • Faltenbildung  
  • Formverschlechterung           
  • Ödeme

Ästhetische Eingriffe erleben dieser Tage einen Höchststand an Beliebtheit. Mehrere tausend Frauen und Männer begeben sich jedes Jahr in die Hände eines Facharztes für Ästhetische und Plastische Chirurgie. Die Resultate treffen in der Regel auf grössten Zuspruch, dank heutiger Verfahren gibt es kaum noch Grenzen in diesem Bereich. Viele Patienten lassen jedoch ausser Acht, dass jeder Eingriff in den Körper auch eine enorme Belastung für diesen bedeutet. Je nach Art der Korrektur ergeben sich teils lange Wundheilungszeiten, die nicht immer vollkommen schmerzlos ablaufen. Zwar hat sich die Wahrscheinlichkeit für risikobedingte Nebenwirkungen bei Schönheitsoperationen deutlich gesenkt, doch selbst der beste Operateur kann nicht alle Risiken vollkommen ausschliessen. Was also passiert, wenn einmal postoperative Komplikationen auftreten?

In der Schweiz übernimmt die Krankenkasse Schönheitsoperationen nur selten. Reagiert der eigene Körper anders als erwartet auf einen ästhetischen Eingriff, dann ist manchmal eine Nachfolgebehandlung erforderlich. Beispielsweise treten Abwehrreaktionen gegen ein Implantat oder eine schlecht verheilende Wundnaht auf. Auch wenn diese Behandlung aus medizinischer Sicht notwendig ist, um die Gesundheit des Patienten nicht zu beeinträchtigen, übernehmen die meisten Krankenkassen in der Regel nicht die Kosten. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Wurde bereits die erste Operation bezuschusst oder vollständig übernommen, sofern eine medizinische Indikation vorlag, gilt dies auch für die Folgebehandlung. Ebenso, wie die Krankenkasse eine rein kosmetische Operation nicht als medizinische Notwendigkeit ansieht, besteht kein Anspruch auf eine Krankschreibung für die Genesungsphase nach der Schönheitsoperation. Das gilt auch für den Arbeitsausfall aufgrund von Komplikationen. Der Arbeitnehmer muss für die Zeit Ferien nehmen. Beachten Sie aus den oben genannten Gründen immer, sich vor jedem ästhetischen Eingriff umfassend mit dem Thema Schönheitsoperation zu beschäftigen und ebenfalls seltene Risiken einzuplanen. Auch einige Ferientage sollten Sie vorsichthalber in Reserve halten.

Das Risiko steigt bei Erkrankungen 

Menschen mit bestehenden chronischen Erkrankungen (DiabetesHerz- KreislauferkrankungenAllergien) oder auch übergewichtige Menschen und Raucher besitzen ein allgemein höheres Operationsrisiko. Grundsätzlich können bei Diabetikern, genauso wie bei gesunden Personen auch, Schönheitsoperationen durchgeführt werden. Vorab sind jedoch folgende Fragen zu beantworten:

  • Ist der Diabetes unter Kontrolle?
  • Gibt es bereits gravierende Folgeerkrankungen?
  • Wie ist der Blutzuckerwert eingestellt?
  • Führt die Schönheitsoperation zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes, z. B. bei Fett reduzierenden Schönheitsoperationen?

Gemeinsam mit dem behandelnden Chirurgen und dem betreuenden Internisten bzw. Diabetologen muss im Vorfeld ein Gespräch geführt werden, um über mögliche Risiken aufzuklären. 

Welche Personen sollen die Schönheitsbehandlungen abwägen?

Generell sind Schönheitsoperationen auch für Betroffene mit Lungen-, Herz- und Kreislauferkrankungen oder anderen Vorerkrankungen sehr riskant. Allergiker, Personen mit rheumatischen Erkrankungen oder einer Neigung zu Infektionskrankheiten oder Blutgerinnungsstörungen unterliegen ebenfalls einem höheren Risiko. Übergewichtige und Raucher tragen noch mehr als andere das Risiko von Thrombosen und Embolien. Auch die Antibabypille erhöht dieses Risiko.

Auf Komplikationen bei Schönheitsoperationen hat der Chirurg also nur bedingten, beziehungsweise meist keinen Einfluss. Dennoch können Komplikationen bis zu einem gewissen Grad vermieden werden. Dazu dienen auch Checklisten, Gesetze und Vorschriften wie SOPs (Standard Operating Procedures): Standardvorgehensweisen, nach denen Operationen ausgerichtet werden, können die Entstehung von Komplikationen und damit das Risiko für den Patienten deutlich reduzieren. Dazu gehört eine gründliche Voruntersuchung der Patienten. Es gibt viele Co-Erkrankungen, die Einfluss auf die Operationsergebnisse oder die Heilung haben können. Dabei ist der OP-Erfolg sehr von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Dementsprechende ärztliche Anordnungen beziehungsweise Empfehlungen müssen ernst genommen werden. Dazu gehören je nach Eingriff beispielsweise das Tragen von Kompressionswäsche, arbeitstechnische Einschränkungen oder Lebensstilmodifikationen imZusammenhang mit Rauchen, Ernährung und Sport. Zudem sollten Patienten den behandelnden Arzt wahrheitsgemäss über sämtliche Vorerkrankungen oder auch die Einnahme von Medikamenten zu informieren. Von grösster Bedeutung zur bestmöglichen Vermeidung von Komplikationen ist auch das gegenseitiges Vertrauen.

Eine seriöse Schönheitsoperation beinhaltet:

  • umfassende Risikoaufklärung
  • detaillierte Informationen über Ablauf, Haltbarkeit und Alternativen zum gewählten Eingriff
  • leichter Zugang zu Angaben über Qualifikationen und Erfahrung des Arztes
  • Gewährung einer ausreichend langen Bedenkzeit nach Voruntersuchung
  • vorherige Besichtigung des OP-Saals – einwandfreier hygienischer Standard, technische Ausstattung auf dem neuesten Stand
  • Inkludierung mehrerer Nachsorge-Termine
  • Möglichkeit der Notfallversorgung

Fazit: Es wird immer Komplikationen im Zusammenhang mit Schönheitsoperationen geben. Sie werden nie gänzlich auszuschliessen sein, doch sie können reduziert werden. Detaillierte Reglementierungen in Hinblick auf Checklisten bei Schönheitsoperationen und die Ausarbeitung von Standardvorgehensweisen werden in Zukunft weitere Verbesserungen brigen, um den bestmöglichen Schutz des Patienten zu gewährleisten. Die rechtlichen Grundsätze und Gesetze sind die Basis, die ohne Frage unbedingt erfüllt werden müssen.

Eine professionelle Nachsorge ist für ein zufriedenstellendes OP-Ergebnis fast genauso wichtig wie ein einwandfreier Operationsverlauf. Dennoch kann trotz gewissenhafter Einhaltung aller Nachsorgetermine und der richtigen Pflege keine Garantie dafür gegeben werden, dass die Heilung komplikationslos verläuft und das Ergebnis vollständig den Vorstellungen des Patienten entspricht. Umso wichtiger ist es, sich in vertrauensvolle Hände zu begeben und nicht zu zögern, den Arzt zu kontaktieren, wenn plötzliche Komplikationen oder starke Schmerzen auftreten. Auf diese Weise kann das Risiko, das mit einer Schönheitsoperation verbunden ist, auf ein Minimum reduziert und die Chance auf ein zufriedenstellendes Ergebnis maximiert werden.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an: beautyclinic.ch

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