Welche Sportarten können Krampfadern lindern? - Dr. Linde Blog

Welche Sportarten können Krampfadern lindern?

Krampfadern und Besenreiser sind nicht nur unansehnlich, sie können auch eine erhebliche Belastung für den Betroffenen darstellen. Frauen fühlen sich in Röcken oder Kleidern nicht mehr wohl und auch Männern kann es peinlich sein, im Sommer ihre Beine am Strand zu zeigen. Krampfadern, Besenreiser und Ödeme sind die Folgen von Venenleiden – ein Begriff, der eine Funktionsstörung der Venen bezeichnet. Nach der Meinung von Experten werden Venenerkrankungen häufig vererbt, aber unser mehr und mehr bewegungsarmer Lebenstil trägt auf jeden Fall zu einer deutlichen Zunahme an diesen Problemen bei. Werden Krampfadern nicht rechtzeitig behandelt, kann dies schwerwiegende Konsequenzen wie Venenentzündungen oder Thrombosen haben. Es ist daher wichtig, schon bei den ersten Anzeichen einen Facharzt aufzusuchen. 

Ein Überblick über die Risikofaktoren:

  • Eine angeborene Schwäche des Bindegewebes ist die Hauptursache für die Bildung von Krampfadern. 
  • Bei Übergewicht oder chronischer Verstopfung erhöht sich der Druck auf den Bauchraum, und die Venen werden zusätzlich belastet. 
  • Regelmässiges langes Sitzen oder Stehen beeinträchtigt die Venen, nur bei Bewegung können die Gelenk- und Muskelpumpen optimal funktionieren. 
  • Genussmittel wie Alkohol können die Gefässe erweitern und den Blutfluss beeinträchtigen. 
  • Hormonumstellungen, die bei Schwangerschaften, Geburten oder der Einnahme der Pille auftreten, beeinflussen die Venen.

Es handelt sich hier um eine chronische Erkrankung, die ohne Behandlung fortschreitet. Es gibt jedoch Sportarten, die für Krampfadern und Venenschwäche empfohlen werden.

Ausdauersportarten eignen sich gut

Besonders Sportarten, die die Beinmuskeln beanspruchen, fördern den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Um schwachen Venen auf die Sprünge zu helfen, sind rhythmische und gleichmässige Bewegungsabläufe zu empfehlen. Das hilft den Patienten, Krampfadern vorzubeugen.


Schwimmen, Walken, Radfahren oder Tanzen – all dies hilft gegen Krampfadern

Walking und Nordic Walking empfehlen sich auch für eher unsportliche Betroffene. Bei den verschiedenen Arten von Walking sind nicht nur große Muskelareale aktiv. Vielmehr findet ein gleichzeitiges Training des Herz-Kreislauf-Systems statt, von dem der gesamte Organismus profitieren kann. Nordic Walking ist eine Ausdauersportart, die von Finnland aus in den vergangenen Jahren die ganze Welt erobert hat. Das Geheimnis liegt in den Stöcken. Sie machen aus klassischem Walking ein effektives Ganzkörpertraining. Nordic Walking eignet sich für ambitionierte Sportliebhaber gleichermassen wie für eher ungeübte Sportler. 

Wer sich fürs Schwimmen entscheidet, kann sich über die Entlastung durch das Wasser freuen, da weniger Gewicht auf den Beinen lastet und die Venen daher geschont werden. Der Umgebungsdruck im Wasser ist von grossem Vorteil für die Venen, die eine Wirkung ähnlich wie durch Kompressionsstrümpfe erfahren. Die kühlen Wassertemperaturen fördern ein Zusammenziehen der Venen, was bei einer Neigung zu Krampfadern vorteilhaft ist.

Beim Velofahren lassen sich die Beine ebenso entstauen. Dies setzt jedoch voraus, dass der Fussballen in die Pedale tritt und der Oberkörper gerade gehalten wird. Ansonsten kann es zu einem Venenstau im Bereich von Hüfte und Becken kommen. Auch Venengymnastik, Aquajogging, Golf und Schneeschuhwandern sind empfehlenswert.

Auf Handball oder Fussball sollten Sie verzichten

Bei diesen Sportarten folgen kurze, sehr rasante Bewegungen auf ein mehr oder minder langes Stehen, was ein grosses Problem für Krampfader-Patienten darstellt. Sie können eine grosse Gewichtsbelastung bedeuten, die sich negativ auf die Venen auswirkt. Andere Experten sind hingegen der Meinung, dass kein Zusammenhang zwischen vermehrten Venenschäden und bestimmten Sportarten bestehe.

Hinweis: Sie sollten immer flache Schuhe tragen!

Sie können selbst viel dafür tun, Ihre Venen so gesund und elastisch wie möglich zu halten:

  • Tragen Sie Schuhe mit flachen Absätzen. 
  • Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit (am besten Wasser oder ungesüssten Tee). 
  • Reduzieren Sie, falls nötig, Übergewicht. 
  • Ernähren Sie sich ausgewogen (Obst, Gemüse, Vollkornprodukte). 
  • Rauchen Sie nicht.
  • Verzichten Sie auf enge Kleidung. 
  • Vermeiden Sie schweres Heben. 
  • Versuchen Sie, Ihren Körper nicht zu einseitig zu belasten und vermeiden Sie dauerndes Stehen oder Sitzen, sofern möglich. 
  • Verzichten Sie weitgehend auf heisse Vollbäder oder ausgedehnte Saunagänge. 
  • Duschen Sie Füsse und Beine regelmässig kalt ab. 
  • Tragen Sie täglich Ihre Kompressionsstrümpfe. 
  • Pflegen Sie Ihre Beine regelmässig mit Massagen und Gymnastik. 
  • Laufen Sie häufiger barfuss. 
  • Lagern Sie so oft wie möglich Ihre Beine hoch.

Der richtige Trainingsaufbau ist wichtig: Mässig beginnen, langsam steigern, Form halten und Ziele setzen. Wenn Sie also schon seit längerem nicht mehr sportlich aktiv waren, sollten Sie in den ersten vier Wochen nur einmal die Woche (30 Minuten) trainieren. Nach dieser initialen Aufbauphase können Sie in zwei Trainingseinheiten pro Woche übergehen. Planen Sie dabei eine Erholungsphase von zwei Tagen ein. Hat sich Ihr Trainingszustand stabilisiert, können Sie gerne weitere Sporteinheiten planen. Trainieren Sie nach Ihren persönlichen Vorlieben, es gibt keine “ideale Trainingszeit“. Studien haben jedoch gezeigt, dass Kraft, Flexibilität und Reaktionszeit am späten Nachmittag in der Regel am besten funktionieren.

Hat ein Arzt Ihnen aufgrund eines medizinischen Venenproblems Kompressionsstrümpfe verordnet, dann sollten Sie diese auch beim Sport tragen.

Das Beste an der Krampfader-Erkrankung (“Varikosis“) ist, dass man sie heute nicht mehr haben muss. Es kann vorgesorgt werden (Früh-Diagnostik, Sport) und Varikosis kann heutzutage ohne einen einzigen Schnitt behandelt werden, wie z.B. durch innovative Methoden wie Laser (ELVeS™) , Radiowellen (VNUS Closure®) und ClariVein® zur Behandlung dieser problematischen Venen ohne Operation ambulant in der Praxis unter örtlicher Betäubung. 

Seit dem 1. Januar 2016 werden diese Behandlungsmethoden von der Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt.

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